Willkommen im Kraichgauer Wohlfühlland…

…so wird die Region beworben, in der das Kraichgauer Triathlonfestival stattfindet. Da ich letztes Jahr im Internet viel Positives über die Veranstaltung gelesen habe, stand mein Entschluss, dort auf der L-Distanz (2,5 / 110 / 21) zu starten und einen ersten Saison-Höhepunkt zu setzen, fest. Vor allem die Radstrecke gilt als anspruchsvoll und sehr selektiv. Auf den 110 km sind gut 1400 Höhenmeter zu erklettern.

Ich erspare allen das übliche Vor-Wettkampf-Gejammere (natürlich ging es mir schlecht, das Wetter war mies, ich musste noch am Samstag Fußball spielen, mein gutes Rad war zur Reparatur usw.) und komme direkt zum Wettkampf.

Schwimmen
Neo-Verbot! Das Wasser ist einen Tick zu warm. Aber was soll’s, das ist nur für die schlechten Schwimmer ein Nachteil 😉 Gestartet wird aus dem Wasser. Count-Down zu Hells Bell von AC/DC. Geil! Meine Musik. Kanonenschlag, los geht’s! Von Beginn an suche ich ein paar Füße, an denen ich mich orientieren kann. Hoffentlich orientieren sich die Füße an den Bojen. Erste Boje, zweite Boje. Langsam kommt das Land näher. Leider muss ich noch ein zweite, etwas kürze Runde drehen. Nach 47 Minuten ist auch die zweite Runde geschafft. Keine Krämpfe, nicht völlig verausgabt. Alles im Soll. Dank Neo-Verbot ist der Wechsel schnell geschafft.

Rad
10 km flache Anfahrt zu den Bergen. Da ich ohne Tacho unterwegs bin, muss ich auf mein Gefühl verlassen. Das sagt mir, schneller sollte ich nicht fahren. Also mit kontrolliertem Druck weiter. Ab geht’s auf eine 50 km lange Runde über die Hügel der Region. An den Anstiegen versuche ich mich zurückzuhalten, was aber nicht einfach ist. Ich muss mein Tempo fahren, alles andere ist noch anstrengender. Highlights der Runde sind ein Stich mit ca. 15 % Steigung und eine ca. 3 km lange Bergwertung mit im Schnitt 8 %. Am Ende der Runde biegen die M-Distanzler ab. Eine Runde kann ja jeder! 😉 Auf der zweiten Runde ist es sehr einsam, da nur noch L-Distanzler unterwegs sind. Wenig Überholvorgänge. Einsames Leiden. Klasse sind die Zuschauer in den Dörfer. Die sitzen alle draußen und feuern uns an. Spitze! Genau wie die Orga. Irgendwann sind auch 110 km zu Ende. Der Schnitt wird wohl irgendwo bei 30-31 km/h gelegen haben. In der Ergebnisliste sind die Wechselzeiten im Radsplitt enthalten. Der Wechsel zum Lauf ist Luxus pur. Ein Helfer nimmt mein Rad in Empfang, ein weiterer sucht meinen Kleiderbeutel und ein dritter holt meine Laufschuhe hervor und sortiert die Radschuhe ein. Ganz große Klasse.

Lauf
Die Toscana Deutschlands. Diese Umschreibung ist nicht gelogen. Bei gefühlten 50 Grad im Schatten laufe ich los. Nach 100m die erste Verpflegungsstelle. Schnell 2-3 Becher Wasser über den Kopf und weiter. Das wird hart. Soviel weiß ich nach den ersten Metern. Also immer von Verpflegungsstelle zu Verpflegungsstelle denken. Dort wird Pause gemacht. Schwämme zum Kühlen unter das Oberteil klemmen, Wasser trinken, Wasser über den Kopf. Zwischendurch ein Gel. Das Profil der Laufstrecke ist alles andere als flach. 3 Runden insgesamt. Jedes Mal, wenn ich am Ziel vorbeikomme, muss ich mich zwingen weiter zu laufen. Nach 1:42 darf ich dann aber auch ins Ziel abbiegen. Geschafft!

Fazit
Ein super Wettkampf. Hart, aber geil. Helfer und Zuschauer waren unschlagbar. Die Strecken sind wirklich klasse. Insbesondere die Radstrecke ist super gut. Kann ich nur weiter empfehlen.

Die offiziellen Zeiten

Gesamt: 6:11:58 (49., AK 17.)
Schwimmen:0:46:59 (58.)
Rad: 3:42:46 (70.)
Laufen: 1:42:12 (58.)

3 Responses to “Willkommen im Kraichgauer Wohlfühlland…”

  1. dc: ) sagt:

    da schreibt einer dem es spass macht. und der das auch noch kann…
    meine natürlich das schreiben. dc; )
    go for it oli !!!!!!!!!!!!!

  2. dede sagt:

    Toller kurzer Bericht, würde mir bestimmt auch Spaß machen, aber da werde ich wohl noch bis die Kinder aus dem Haus sind warten. Die kurze Distanz für die Volksportler werde ich mir aber vorher mal gönnen.

    dede